Infusionstherapie bei Hörsturz und Tinnitus

Beim Hörsturz handelt es sich um eine plötzliche und in der Regel einseitig aufgetretene Hörverschlechterung unbekannter Ursache. Sehr häufig ist hierfür eine Schädigung der Haarnervenzellen in der Hörschnecke verantwortlich. Sowohl eine Minderdurchblutung des Innenohres, als auch autoimmune Vorgänge oder Virusreize werden für die Schädigung verantwortlich gemacht. Im Rahmen eines Hörsturzes können auch Ohrgeräusche (Tinnitus) und/oder Gleichgewichtsstörungen auftreten.

Gelegentlich kommt es bei nur geringer Schädigung zu einer spontanen Erholung der Nervenzellen ohne gezielte Maßnahmen. Sollten die Beschwerden aber über einen Zeitraum von 3 Tagen anhalten, ist eine HNO-fachärztliche Untersuchung angeraten. Im Falle einer stärkeren Nervenzellschädigung sollte dann mit einer gezielten Therapie begonnen werden.

Je nach Ausmaß der Schädigung kommen Durchblutungs-fördernde Medikamente und/oder Kortison zum Einsatz. Bei eher geringerer Symptomatik können bereits mit pflanzlichen Medikamenten in Tablettenform gute Behandlungsergebnisse erzielt werden. Bei stärkerer Schädigung oder bereits seit längerem bestehenden Beschwerden kann eine Infusionstherapie mit einer Durchblutungsfördernden Wirkung, ggf. unter Zusatz von Kortison, angezeigt sein.

Die Infusionstherapie kann ambulant in meiner Praxis durchgeführt werden und erstreckt sich über 5 bis 10 Tage. Eine solche Infusionsbehandlung bei Patienten mit einer Beschwerdedauer von über 3 Monaten ist allerdings nicht mehr Erfolg versprechend. Hier kann aber eine Infusionskur (s.dort) zur Verbesserung der Mikrozirkulation die Beschwerden deutlich lindern.

Ein ähnlicher Schädigungsmechanismus wie für den Hörsturz wird auch in vielen Fällen für das Auftreten von Tinnitus (Ohrgeräusche) ohne Hörverschlechterung verantwortlich gemacht. Vor Therapieplanung beim akuten Tinnitus wird mit Hilfe audiometrischer Verfahren der Tinnituscharakter (Frequenz und Lautheit) bestimmt. In der Behandlung kommt in der Akutphase der Beschwerden auch die oben genannte Infusionstherapie zum Einsatz.

Die Infusionstherapie in der Behandlung von Innenohrerkrankungen wie Hörsturz und Tinnitus hat sich über Jahrzehnte im Praxisalltag bewährt. Aufgrund politischer Reglementierungen kann die Infusionstherapie aber seit dem 01.April 2009 nicht mehr als Kassenleistung erbracht werden und muss vom Patienten als individuelle Gesundheitsleistung selbst gezahlt werden.